Kulturkritik

Der Weg zu Gaumenfreuden ist für Helmut Schleich ein steiniger. Nicht genug, dass er sich im Krieg mit seinem Körper befindet, er sieht sich auch mit den „Großinquisitoren des 20. Jahrhunderts“ konfrontiert, das sind „die modernen Ernährungswissenschaftler, die erst beim Verzehr lebender Joghurtkulturen Hoffnung auf Vergebung der Sünden versprechen“. Allen guten Vorsätzen zum Trotz ergreift Helmut Schleichs Magen Besitz von Geist und Seele und weitet sich zum Universum aus. Und genau da treffen wir wieder die Charaktere dieser Welt, den aufgedunsenen krachert-bayerischen Semmelknödel, der im Magen sofort das Sagen hat, den schüchtern unterwürfigen Frantiszek Schaschlik mit den Zitaten seiner tschechischen Großmutter und den Esoteriker und Eissalat namens „Tigerantilope“, dessen Witze „höchstens der Tofu verstehen kann“. Abgesehen davon, dass Semmelknödel, Schaschlik und Eissalat vor dem Ende im Dickdarm „Schiss“ haben, benötigt Helmut Schleich keine Verbalanalien, um sein Publikum zu begeistern. Sein Rezept für gelungenes Kabarett: Er ist, wie er is(s)t.

Süddeutsche Zeitung Ebersberger SZ

 

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